Eigenständiger Journalismus für unsere Stadt
Wer sich zu Stadtfinanzen, Bildung oder Verkehr eine Meinung bilden will, braucht Informationen und kritische Fragen. Lokale Medien sollen Entscheidungen erklären, Argumente prüfen und auch unbequeme Themen aufgreifen. Das gilt gegenüber Behörden ebenso wie gegenüber Parteien und wirtschaftlichen Interessen.
Behördeninformation und journalistische Berichterstattung haben dabei unterschiedliche Aufgaben. Ein Gemeindefenster vermittelt die Sicht der Stadt. Unabhängiger Journalismus ergänzt diese durch eigene Recherche, Einordnung und kritische Rückfragen.
Klare Anforderungen an öffentliche Unterstützung
Die Erhaltung der Medienvielfalt verdient eine ernsthafte Diskussion. Öffentliche Beiträge müssen an nachvollziehbare Leistungen gebunden sein. Für mich gehören dazu vier Anforderungen:
Redaktionelle Unabhängigkeit und eine klare Trennung von Information, Kommentar und Werbung.
Eigene lokale Recherche, überprüfte Fakten und ein transparenter Umgang mit Fehlern.
Offengelegte Finanzierung sowie nachvollziehbare Zuständigkeiten und Kriterien.
Regelmässige Überprüfung der vereinbarten Leistungen und der eingesetzten Mittel.
Als Vergleichsmodell dienen die BAKOM-Musterkonzessionen für Regionalfernsehen: Sie verbinden einen publizistischen Auftrag mit Qualitätsanforderungen, redaktioneller Unabhängigkeit und Kontrolle. Eine entsprechende Regelung für Print- und Onlinemedien ist eine eigenständige politische Frage.
Einheitliche Regeln auf kantonaler Ebene
Ich halte eine kantonale Lösung für sinnvoll, die Print- und Onlinemedien nach denselben nachvollziehbaren Kriterien beurteilt. Eine Förderung soll offen zugänglich, begrenzt und überprüfbar sein. Zur Diskussion gehören konkrete Vorschläge, klare Zuständigkeiten und ein Zeitplan. Entscheidend ist der Beitrag zur unabhängigen lokalen Information.
Quelle zum Vergleichsmodell